Mittwoch, 21. Februar 2018

Münchner Memories

Jeder hat wahrscheinlich so seine speziellen Erinnerungen an Marathonläufe. Bei mir sind das oft optische und akkustische Eindrücke, Beobachtungen am Streckenrand und Begebenheiten während des Laufs. Beim Münchner Marathon 2015 kam für mich ein weiterer besonderer Erinnerungsmoment dazu.
Als wir nämlich nach dem Lauf ausgehungert und dürstend nach Erfrischung in ein Brauhaus einkehrten und ich dort ein Radler bestellte.
Was mir sodann kredenzt wurde, war eine wahrliche geschmackliche Offenbarung. Schon allein der Anblick des schaumgekrönten perlenden Getränks ließ das Wasser im Munde zusammenlaufen. Am Gaumen entfaltete sich das erfrischende zitronige Aroma, begleitet vom feinperligen Prickeln der Luftbläschen. Und erst der Moment, als das kühle Nass die Kehle hinabströmte und im Magen sein erfrischendes Werk tat...
Gleich noch ein Schluck und noch einer und noch einer... und im Handumdrehen ist das Glas geleert (Ich meine mich zu erinnern, es war ein halber Liter). Doch nicht lange musste ich auf weitere Labsal warten, die Kellnerin war um Nachschub nicht verlegen.
Ein göttliches Getränk!
Seither habe ich immer wieder nach genau diesem Getränk aus genau diesem Hause Ausschau gehalten. Im Rheinland, genauer dem Kölsch-dominierten Teil, ist das Sortiment des einschlägigen Einzelhandels jedoch anders strukturiert. Und das in München besuchte Brauhaus gehörte nicht zu den ganz großen Adressen. So fand ich -wenn überhaupt- nur die "Normalbiere" des Hauses. Doch der Kombination mit zugekaufter Limonade war nicht wirklich durchschlagender Erfolg beschieden.
Aber die Getränkedurststrecke hat ein Ende! Man muss nur gute Freunde mit gutem Gedächtnis haben!
So ereilte mich von Lauffreundin Heidrun der Hinweis auf das Wunschradlerangebot einer Getränkefachmarktkette, und zwar in Fertigmixabfüllung aus der bajuwarischen Hauptstadt.
Nichts wie hin! Der zuerst angesteuerte Markt verfügte nicht über eine entsprechende Lieferung, ich möge 3 Tage später wiederkommen. Jo mei, die Bayern liefern halt ihr Stöffchen nicht überall hin!
Aber mein Auto hat Räder genau deswegen, dass es auch zu anderen Filialen rollen kann. Und so rollte es dann mit einem Kasten der köstlichen Labsal heimwärts.

Flugs ein Fläschlein in den Kühlschrank. Das wirkt motivatorische Wunder. Der 9-km-Tempolauf lief wie von selber, wusste ich doch, was mich daheim erwartete.
Und als ich dann dürstend die Küche betrat,
den Kühlschrank öffnen
und das Fläschlein entnehmen konnte...
welch ein Moment!
Der Anblick des schaumgekrönten perlenden Getränks ...(siehe oben).
Jetzt fehlt mir nur noch die deftige Münchner Kost zur Befüllung der Kohlenhydrathspeicher!

Hätte ich diesen Getränkeanreiz schon am Sonntag gehabt, wäre vielleicht der lange Lauf besser verlaufen. Doch statt 22 km wurden es nur 17,5. Es war irgendwie nicht hinzubekommen, der Kopf vermochte die Beine nicht über die Trägheitsgrenze zu heben. Dafür war es heute wieder lockerer. Ich werde mir den wertvollen Getränkekasten gut dosieren!

Freitag, 16. Februar 2018

Muttervogel am Markusplatz

Ich trabe so herum. Mal mehr, mal weniger lustvoll.
Der Trainingsplan ist gnädig mit mir und sah zum vergangenen Wochenende statt eines langen Laufs "nur" einen 10-km-Wettkampf vor. Meine erste Ausrede war, dass in erreichbarer Nähe keiner stattfand. Meine zweite Ausrede war, dass ich auch keine Lust darauf hatte. Also fielen nur 10 km aus statt derer 20 oder noch mehr.
Ansonsten stehen eher kürzere Einheiten, also unter 10 km auf dem Plan. Die bekomme ich dann doch hin. Und bei so schönem Wetter wie vor einigen Tagen, mit Schnee und Sonne, ist das sogar trotz der Kälte reizvoll.

Dienstag hätte ich ein sehr schönes Bild fotografieren können - hätte ich meinen Apparat dabei gehabt. Aber wie so oft, immer wenn nicht, verpasse ich etwas. In unserem Ort fand wie immer der letzte Karnevalsumzug in unserer Ecke statt. Was bedeutet, dass allerseltsamste Menschen bzw. Vögel am hellichten Tage herumlaufen.
So stelle man sich folgende Szene vor:
Blauer Himmel, Sonne, Ortsrand.
Hinter dem Zaun der Hühnerweide lauern die gackernden Damen schon in geballter Formation auf ihre Fans und Futterüberbringer.
Vor dem Zaun, hat sich wie schon öfter eine stattliche Anzahl Tauben versammelt, auf deren Speiseplan ebenfalls neuerdings Hühnerfutter steht.
Am Zaun stehen 3 knatschlilaviolette ... Vögel. Also genauer gesagt, zweibeinige verkleidete Vögel. Etwa so flauschig-flummig wie der gute alte Bibo aus der Sesamstraße. Aber eben in grellen Farben. Ein großer und zwei kleine, dazu ein Kinderwagen.
Als ich vorbeilaufe, erheben sich die schätzungsweise zwei Dutzend Tauben laut flatternd als Schwarm in die Lüfte - glatt wie auf dem Markusplatz! Die beiden kleinen knatschlilavioletten Vögel klatschen vor Freude in die Hände. Ich muss eher darauf achten, nicht mit einer der Starterinnen zu kollidieren. Wäre ein klasse Bild geworden...
Ob der große ein Muttervogel oder ein Vatervogel ist, kann ich beim Vorbeilaufen wahrhaftig nicht so leicht erkennen. Ich passiere sie noch zweimal, da ich der Einfachheit halber nur 3 Runden um das Feld laufe. Beim dritten Mal bin ich sicher: Muttervogel.

Heute allerbeste Laufbedingungen: Fast wolkenloser Himmel, endlich mal kein Wind, sanfte 7°, fast schon frühlingshaft. So könnt es jetzt bleiben. Dann kommt auch die Lauflust wieder.

Dienstag, 6. Februar 2018

Aus dem Tritt

Im Moment fällt es mir etwas schwer.
Gerade hatten wir wieder Tritt gefasst, nach dem schwierigen Jahreswechsel (Lebenslauf). Der Einstieg in den Trainingsplan, leicht verspätet, aber dann mit viel Spaß, wenigstens bei mir (Training mit Medaille). Chris plagt ein Problem an der Achillessehne, er hat Laufverbot.
Und nun gilt es einen Alptraum zu durchleben, wie man es sonst nur liest.
Dass da jemand beim Sport tot zusammenbricht.
In unserem Fall ein enger Angehöriger, der munter zum Fußball mit Freunden geht, und das Spielfeld nicht mehr lebend verlässt.
Manch anderen Todesfällen mag man noch tröstliche Aspekte abgewinnen. Weil jemand schon sehr betagt war beispielsweise, oder wenn jemand von Leiden erlöst wird. Doch wenn jemand einfach so aus einem blühendem Leben mit noch vielen Plänen und Projekten herausgerissen wird, fällt mir in tröstlicher Richtung nichts mehr ein.
Und es fällt schwer, sich in die Sportkleidung zu werfen. Was wäre, wenn ...?

Dennoch hoffe ich auf Ablenkung beim Laufen, so minimal sie auch sein möge.
Der erste Lauf nach der schlimmen Nachricht endet in einem ungewollt viel zu hohen Tempo über volle 8 km, 5:36 Min/km. Beim nächsten Lauf liegen gefühltes und gemessenes Tempo dauernd auseinander, mein Tempogefühl lässt mich völlig im Stich. Samstag pegelt es sich halbwegs wieder ein. Statt des langen Sonntagslaufs, zu dem ich mich nicht aufraffen mag, fühlt sich ein kurzer, sehr langsamer Lauf gut an.
Montag lockt die Wintersonne, ich ringe mich durch, den langen Lauf nachzuholen.

Als ich wie oft in Sichtweite einer Ruine vorbeilaufe, zu der kein Weg mehr führt, entschließe ich mich zu einem Trailabstecher dorthin. Nur im Winter geht das, denn im Sommer ist alles voller Gestrüpp und Brennnesseln.
Es muss ein stattlicher Herrensitz gewesen sein, wie ein Zeitungsartikel mit Foto belegt: Link.

Ich nehme mir einige Minuten für eine kleine Besichtigung. Dann trabe ich so langsam es geht weiter im Wintersonnenlicht. Das tut gut, nur die Abschnitte mit Gegenwind aus östlicher Richtung knapp über 0° sind anstrengend. 21 km werden es am Ende.









Sonntag, 28. Januar 2018

Training mit doppelter Draufgabe

Heidrun schlägt gemeinsames Lauftraining vor, etwa 21 km sollen es werden. In 6:40 Min/km, also recht gemütlich.
Und damit es nicht langweilig wird, können wir ja in Pulheim laufen.
"In Pulheim laufen" ist das Synonym für "bei der Winterstaffel in Pulheim mitlaufen". Das ist das neue Label des Pulheimer Staffellaufs, den wir schon wiederholt als Gruppe bestritten haben (201420152017). Es werden aber auch für Einzelläufer Marathon und Halbmarathon, 5 km- und 10 km-Läufe angeboten.
So melden wir uns kurzentschlossen zum Halbmarathon an.
Auch mein Mann, obwohl er Achillesfersenprobleme hat.


Das Wetter ist uns hold. 7° und trocken, allerdings windig.
In der Startaufstellung friere ich wie eine Schneiderin, doch beim Lauf selber passt es dann.
Jedenfalls für mich.
Einige Raketen sehen wir allerdings in Laufshorts und schulterblattfrei. Klar, dass die so rennen, die wollen einfach nur schnell ins Warme...

Die Pulheimer Strecke ist nicht mit überbordender Attraktivität gesegnet. Alle Distanzen laufen im Wesentlichen über eine 5-km-Runde, nur eben unterschiedlich oft.
Dafür ist es wenigstens übersichtlich und flach, sieht man von ein paar unwesentlichen Höhenmetern ab.




Und es werden Lottozahlen angezeigt, oder sind es Liednummern..?
Wir laufen so flott dran vorbei, dass uns auf der zweiten Runde klar wird, was diese Ziffernfolge besagt.




Und auch wenn die Ansage war, 6:40'er Schnitt, so wird nachher kein einziger Kilometer in diesem Tempo sein, alle sind schneller.
So viel zu unserem Laufplan.😆








Es trabt sich aber auch einfach locker, wenn man dies & das unterwegs beschnattern kann. Nach kurzweiliger erster Runde durchlaufen wir schon bald gleich nach km 6 wieder den Start-/Zielbereich.
Auf zur zweiten Tour durch die rheinische Prairie. Inzwischen sind alle Teilnehmerfelder auf der Strecke und stellenweise haben wir zu tun, jeweils rasch den Schnelleren Platz zu machen. Was man sonst ja so gar nicht mag, ist heute völlig egal.
Kaum verlassen wir erneut den Ort, überholt uns ein Läufer und ruft mir ein munteres "Elkeee!" zu.
Ich bin perplex - und erkenne Das Pulsmesser, das da schnittig an uns vorbeizischt!

Ich rätsele, woran ich für den Herannahenden so leicht erkennbar war...
Auf einem kurzen Abschnitt mit Begegnungscharakter kann ich ihn fotografisch festhalten, bevor er entschwindet und einer super Marathonzeit entgegenläuft.






Wir schlappen zum zweiten Mal den steilsten Anstieg hoch (8 HM auf ca. 300 m).
Danach die nächste Überraschung: Mein Mann steht am Streckenrand und wartet auf uns! Seine Achillesferse zwingt ihn zum Ausstieg. Er läuft noch wacker ca. 2 km mit uns bis zur nächsten Zielpassage und fährt dann nach Hause. Kein guter Auftakt zu seinem Jahresprogramm.
Heidrun und ich begeben uns auf die dritte Runde. Sie wird dann doch -da wir beide uns ja nicht mäßigen können- etwas anstrengender. Was Heidrun dazu nutzt, mir Tipps aus ihrem Laufmotivationsbuch weiterzugeben. Zum Beispiel den, dass man sich vorstellen soll, dass man wie ein Pfeil und völlig ohne Luftwiderstand nach vorn schießt, und zugleich noch von einem Seil gezogen wird - Ssssmmmmmm!
Alternativ geht, wenn es ganz schlimm wird, sich vorzustellen, mit jedem Einatmen nähme man neue Energie auf und mit jedem Ausatmen gäbe man seine Müdigkeit weg.
Gegen jammernde Waden stand nichts in ihrem Buch, oder sie ist noch nicht bis zu diesem Kapitel vorgedrungen.

Dann doch ganz gut erreichen wir zum dritten Mal Start und Ziel, nehmen wieder Wasser zu uns.
Auf zur letzten Runde.
Wir laufen auf eine Staffelläuferin auf und Heidrun setzt zur Überholung an. Nun ja, diese Läuferin hat sichtlich andere Hobbies als laufen. Aber dass wir zwei sie stehen lassen wollen, gefällt ihr auch nicht, und sie überholt ihrerseits wieder.

Wir freuen uns über die letzten Kilometer unseres "Trainingslaufs", der dann doch ein schnellerer wird, relativ jedenfalls.
Ein letztes Mal den 8-Höhenmeter-Anstieg (ich finde aber, hier wurde in der Zwischenzeit etwas angeschüttet...)
Meine Atmung wird ein wenig schwerer und von nebenan kommt etwas von "..wie ein Pfeil - sssssmmmmm!"
Endlich oben.
Plötzlich zeigt mir meine Uhr eine Pace von 5:50 Min/km. Heidrun behauptet, ich hätte doch angezogen!
Finde ich gar nicht. Also lassen wir nach.
Kurz darauf wieder um die 6:00.
Heidruns Alibi diesmal: Sie meint, ich wolle ein wenig zielsprinten und da wolle sie doch dranbleiben. Nö, war nicht meine Intention, noch nicht hier. Wohl nehme ich mir vor, die Staffelläuferin von vorhin noch einzuholen, die weiterhin einige Meter vor uns bleibt. Aber erst auf den letzten 1,5 km, die von einem kleinen Abwärtsstück eingeleitet werden.
Gesagt, gelaufen. Ich wills dann doch wissen und renne los, was das Laufwerk hergibt, Heidrun möchte das Training heute hingegen ruhiger ausklingen lassen.

So fliege ich (gefühlt) an besagter Staffeldame vorbei und nehme im Schwung gleich noch ein paar andere mit. Es tut gut, dann doch die Beine nochmals zu fordern, soweit es noch geht. Immerhin schaffe ich 4:21 Min/km als Spitzenwert.
Im Ziel werde ich nach rechts dirigiert, links ist die Gasse der Staffelläufer.
Und dann beende ich einen Trainingslauf, für den ich mit einer Medaille belohnt werde!
Hat man das schon erlebt!


Ich verschnaufe kurz, und kann Heidrun im Ziel fotografisch festhalten. Wir freuen uns über 2 Std 15'er Zeiten.
Mir reicht im Ziel ein Becher süßer Tee, doch während ich mich dann in Ruhe umziehe, zieht es Heidrun bereits zur Essensausgabe, wo ich sie mit Cola ("Schon der zweite Becher!") und Wurstbrot antreffe.






Gemütlich gehts nach Hause, wo es noch eine Draufgabe zu diesem Lauf zu erleben gibt:
Habe ich doch wahrhaftig den 1. Platz meiner AK erreicht. Und das im Trainingsmodus!
Was es nicht alles so gibt!
Darauf einen Bienstich und eine Obstschnitte 😁






7°, 21,1 km, 2:15:16, 6:18 Min/km, HF 141

Freitag, 26. Januar 2018

Knabberei an der Kante

Die 2. Woche des Trainingsplans zum Salzburg-Marathon, läuft.
Dienstag meldete sich eine neue Mitläuferin aus der örtlichen Nachbarschaftslaufgruppe zu meinem Trainingslauf, so trabten wir als Duo mit lockerer Plauderei ums Viertel.
Gestern dann 6 km im flotteren 6'er-Schnitt durch den Regen.
Heute sollen es ruhige 15 km sein.
Erst kürzlich fragte mich Heidrun, ob es nicht langweilig sei, unterwegs immer so auf den gleichen Wegen.
Der heutige Lauf ist das beste Gegenbeispiel, denn ein Teil meines Laufreviers ändert sich ja dauernd. Gerade heute war wieder so ein Huch-schon-wieder-was-weg-Lauf.



Inzwischen sind es von meiner Haustür bis zur Tagebaukante nur noch rd. 6 km. Das war vor wenigen Jahren einen guten Kilometer weiter. Und noch viel früher, so in den 1970'ern, war ja nur Wald dort, ganz ohne Kante.
Im Moment wird gerade ein weiterer Weg weggeknabbert, bald wird wohl auch hier kein Laufen mehr erlaubt sein.
Alles ist schlammig von den Baufahrzeugen.
Ich biege links ab ...

... und zack! Hier hat sich kräftig etwas geändert. Bei dieser Baumgruppe dort vorne.











Sieht heute so aus:












Und zuvor so:
Fast identischer Fotopunkt. Das Bild stammt zwar aus 2016, alles war aber noch im November 2017 so vorhanden.
Die Bäume hinter dem Haus sind die, die auf dem vorhergehenden Foto noch als letzter Rest stehen.
Da wird wieder einmal greifbar, welchen Preis wir für den Energiebedarf der Nation zahlen...




Ich habe die halbe Laufstrecke absolviert und kann nun den Rückweg angehen.
Vorbei an einer schon seit einigen Jahren leerstehenden Scheune. Das zugehörige Gutshaus wurde 2014 abgerissen (hier in einem Post noch zu sehen).
Eine Ecke weiter wurde noch im letzten November ein weiteres Gut bewirtschaftet. Aber nun ist auch dort alles Leben weg.



Die Tür versiegelt (siehe erstes Foto), hinter den Fenstern Leere. Ich erlaube mir einen Blick in den Garten. Eine kleine Brücke führt in eine Art Privatwäldchen. Muss einmal idyllisch gewesen sein.
Ein Gartenteich wächst langsam zu.










Ich werfe noch einen Blick in die Scheune. Der morastige Weg dorthin ist mir nun auch egal, das ganze Gelände hier am Tagebaurand würde ohnehin Tough-Mudder-Fans erfreuen. So stört mich das nun noch in die Schuhe sickernde Wasser auch nicht mehr weiter.






Waren meine Beine auf den ersten Kilometern noch ein wenig lauffaul, so werden sie zunehmend williger. Wo es wieder etwas Neues zu sehen gibt, läuft es sich doch gleich eins besser.

Hinter dem leeren Gut sehen ich sechs dunkle Punkte auf einem Feld. Baumetarial? Oder Rehe?
Ich zücke den Apparat und kann mit maximalem Zoom die sich entfernenden Rehe fotografieren. Die werden sich demnächst dann auch eine neue Bleibe suchen müssen. Genau wie der Raubvogel, der über ihnen kreist und spitze Schreie ausstößt.
Auf dem Heimweg, wieder in bewohnter Lage, bekomme ich einen Lachanfall. Mir kommen zwei junge Frauen entgegen, eine mit einem terrierartigen Schoßhund, die andere mit einem Hund, der wie ein Mix aus Mops und Bulldogge daherkommt, auch eher putzig anzusehen.  Aber diese beiden Winzlinge haben Beschützerinstinkte wie ihre ganz großen Wachhund-Verwandten. Vor allem die Mopsdogge präsentiert ihr volles Repertoire an Bellen, Knurren und dem Aufbau kampfbereiter Körperspannung. Dabei kann ihr Frauchen sie ganz locker fast beiläufig an der Leine halten, obwohl das muntere Kerlchen sich mit ganzer Kraft (fast bin ich geneigt zu sagen "Kräftchen") ins Geschirr wirft. So süß. Aber ich muss auch einräumen froh zu sein, dass es angeleint ist...
Die letzten zwei, drei Kilometer zieht mich die Aussicht auf Kaffee und Kuchen.
Riemchen-Aprikose ist es heute.😄

7°, 15 km, 1:39:58, 6:39 Min/km, HF 129